Meine ersten Wochen mit Minilonte

 


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Die ersten Stunden zu Dritt

Die ersten Stunden mit unserer kleinen Maus waren mit Abstand die wundervollsten und einzigartigsten Momente in meinem, in unserem Leben. Ich möchte aber auch ehrlich sein, es waren auch die anstrengensten und schmerzhaftesten Stunden. Eine Geburt ist an sich schon ein Kraftakt ...auch wenn ich jetzt selbst keine natürliche Geburt durchstehen musste. Eine Mama, die vaginal entbunden hat, wird mir sicherlich sagen, sei froh, dass du keine Wehen stundenlang aushalten musstest, sei froh, dass du keinen halben Tag und keine halbe Nacht mit Wehenschmerzen, in minutenabständen kämpfen musstest...sie wird mir aber wahrscheinlich sagen, dass es schade ist, dass es schade ist, dass ich diesen wundervollen Moment nicht erlebt habe, in dem die kleine Zwergenmaus aus meinem Körper herausgeflutscht ist und das erste Mal auf meiner Brust liegt..

Wenn ich ihr von meinem Geburtserlebnis erzähle, dann werd ich ihr sagen, dass ich zwar keinen Wehenschmerz zu ertragen hatte, schmerzfrei blieb die Geburt aber dennoch nicht. Fing es an mit der überaus unguten Spinalanästhesie und der während der gesamten Geburt andauernden Schweratmigkeit (nicht zu vergleichen mit der gelegentlichen #Kurzatmigkeit in den letzten Schwangerschaftswochen), kämpfte ich vor allem die ersten Tage nach der Geburt mit Schmerzen. Schmerzen, die geringfügig durch die Wunde kamen (ich hatte nen Schmerzkatheter gesetzt), aber allen voran Schmerzen, die durch die Kontraktionen der Gebärmutter kamen, die sich immer wieder zusammenzog, vor allem, wenn die Kleine an der Brust lag und nuckelte. An appetit war am OP-Tag überhaupt nicht zu denken. Essen mit Schmerzen passt irgendwie nicht zusammen. 

Tag 0, wenn ich ihn beschreiben müsste, war in erster Linie geprägt von Mutterfreuden, Gefühlsausbrüchen, Schmerzen, Erschöpfung, Glückseligkeit, Unwohlbefinden, weil man wie ein Vollinvalide am Bett festgenagelt ist und gerade mal zum Pipigehen aufstehen kann und darf und selbst das zum halbstündigen Kraftakt wird. Einziger Lichtblick, das zehnfach höhenverstellbare Krankenbett, was einem nach 4 Tagen aber dann allmählich das Gefühl gibt zum eingebildeten Kranken mutiert zu sein, dem mittlerweile gar keine Sitz- oder Schlafposition mehr angenehm ist, man tag ein tag aus nur mehr damit beschäftigt ist, sich millimetergenau in die richtige Sitz- oder Liegeposition zu bringen emotion

Nun gut, die ersten Stunden waren ziemlich schmerzvoll...jede Bewegung, jedes Husten, hat dazu geführt, dass meine Gebärmutter kontrahiert hat...letztlich hab ich mir dann eine Schmerztablette geben lassen, die dann im Laufe der zweiten Tageshälfte doch erheblich Besserung gebracht hat.

Doch zwischen all den schmerzvollen Momenten an diesem Tag überwiegte doch eines maßgeblich und es entschädigt einen in diesen unausstehlichen Augenblicken...die Freude und die unendliche Liebe für dieses neue Menschenleben...das einen all den Schmerz und die Erschöpfung immer wieder vergessen läßt und einen daran erinnert, dass es da etwas gibt, für das es sich jede Sekunde, jeden Bruchteil einer Sekunde lohnt, all diese Schmerzen auszuhalten, mit Würde anzunehmen und zu mit zusammengebissenen Zähnen zu ertragen. 

Elternglück ist das Vollkommenste, was man an Glück erleben kann und darf ...es ist unbeschreiblich schön und wenn man es irgendwie in Worten fassen kann....geht gar nicht...es ist nicht fassbar...es muss erlebt werden, damit man es irgendwie begreifen kann. Du wirst es in jedem Moment begreifen, in dem dein Kind dich anlächelt, Grimassen zieht, wenn es träumt, wenn es voll Sehnsucht seine Hände nach dir ausstreckt, seine Augen auf dich richtet und dich anguckt und dir einfach nur die Tränen kullern - so wie jetzt auch - weil es dich so unbeschreiblich glück macht und zugleich auch so verletzlich und unsicher, weil du einfach nur alles richtig machen willst und du gerade am Anfang so viele Ängste hast, irgendetwas falsch zu machen. Sei verletzlich in diesen Augenblicken, denn es gehört zum Elternsein dazu. Es läßt dich immer mit einem wachsamen Auge auf dein Kind schauen und erinnert dich instinktiv daran, dass da diese kleine, zierliche Wesen ist, dass vollkommen auf dich angewiesen ist und deine ganze Liebe und Zuwendung braucht.

29.7.13 15:43
 
Letzte Einträge: 15.Juli 2013, 05:00


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